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Alte Wahl­ge­schen­ke statt Inves­ti­tio­nen: Bund der Steu­er­zah­ler kri­ti­siert Zweck­ent­frem­dung des “Son­der­ver­mö­gens”

Der Bund der Steuerzahler kritisiert Pläne der Landesregierung zur Verwendung des Sondervermögens
Der Bund der Steuerzahler kritisiert Pläne der Landesregierung zur Verwendung des Sondervermögens

Der Bund der Steu­er­zah­ler Nie­der­sach­sen (BdSt) hat die Plä­ne der Lan­des­re­gie­rung zur Ver­wen­dung des so genann­ten Son­der­ver­mö­gens scharf kri­ti­siert.

Etwa 9,4 Mrd. Euro erhält das Land Nie­der­sach­sen aus dem 500-Mil­li­ar­den-Son­der­ver­mö­gen des Bun­des (SVIK). Davon sind bereits 60 Pro­zent (ca. 5,64 Mrd. €) für die Kom­mu­nen reser­viert. Von dem ver­blie­be­nen Anteil möch­te die Lan­des­re­gie­rung rund 800 Mio. Euro aus­ge­ben, um alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 7. Klas­se sowie alle Lehr­kräf­te mit Tablets aus­zu­stat­ten. Die­ses Vor­ha­ben stößt beim Bund der Steu­er­zah­ler auf Kri­tik.

Mit dem „Son­der­ver­mö­gen für Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät“ (SVIK) hat der Gesetz­ge­ber ein finanz­po­li­ti­sches Instru­ment von his­to­ri­scher Dimen­si­on geschaf­fen: 500 Mil­li­ar­den Euro kre­dit­fi­nan­zier­ter Spiel­raum bis 2036, ver­an­kert im Grund­ge­setz und poli­tisch auf­ge­la­den mit dem Ver­spre­chen, Deutsch­lands maro­de Infra­struk­tur zu moder­ni­sie­ren und das lang­fris­ti­ge Wachs­tums­po­ten­zi­al durch klu­ge Inves­ti­tio­nen spür­bar zu erhö­hen.

Kri­tik des Bun­des der Steu­er­zah­ler: Vor­wurf der Zweck­ent­frem­dung

„Den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern wur­de ver­spro­chen, dass die SVIK-Mit­tel zusätz­lich für Inves­ti­tio­nen ein­ge­setzt wer­den, die Wirt­schafts­wachs­tum sti­mu­lie­ren und so die Haus­halts­la­ge des Lan­des lang­fris­tig ver­bes­sern.

Nie­der­sach­sen nutzt die­se Mit­tel statt­des­sen jedoch, um alte Wahl­ver­spre­chen ein­zu­lö­sen“, kri­ti­siert BdSt-Vor­stands­mit­glied Jan Ver­möh­len.

Poli­ti­scher Hin­ter­grund des Tablet-Vor­ha­bens

Er erin­nert dar­an, dass die SPD bereits vor der Land­tags­wahl 2022 mit der Anschaf­fung von Tablets für jedes Schul­kind um die Gunst der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler gewor­ben hat. Auch im Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen SPD und Bünd­nis 90/Die Grü­nen fin­det sich die­ses zen­tra­le Wahl­ver­spre­chen bereits wie­der.

„Weil es die Lan­des­re­gie­rung nicht geschafft hat, ihre voll­mun­di­gen Wahl­ver­spre­chen soli­de aus­zu­fi­nan­zie­ren, müs­sen nun also die Son­der­schul­den des Bun­des her­hal­ten. Rund ein Fünf­tel der SVIK-Mit­tel, die dem Land Nie­der­sach­sen nach Abzug des Kom­mu­nal­an­teils über­haupt noch zur Ver­fü­gung ste­hen, wer­den damit zweck­ent­frem­det“, rech­net Ver­möh­len vor.

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