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Ener­gie­kri­se durch Iran-Kon­flikt: Spür­ba­re Ver­teue­rung von Lebens­mit­teln erwar­tet

Der Iran-Krieg treibt weltweit die Preise nach oben - auch in Deutschland
Der Iran-Krieg treibt weltweit die Preise nach oben - auch in Deutschland

Die zuneh­men­den Span­nun­gen im Nahen Osten füh­ren welt­weit zu wirt­schaft­li­chen Unsi­cher­hei­ten. Vor allem der Kon­flikt rund um den Iran beein­flusst die Ener­gie­prei­se erheb­lich, stört Lie­fer­ket­ten und treibt dadurch auch die Kos­ten für Lebens­mit­tel nach oben. Durch die Stra­ße von Hor­mus lau­fen 30 Pro­zent des welt­wei­ten See­han­dels mit Dün­ge­mit­teln. Fach­leu­te gehen davon aus, dass Ver­brau­cher in Deutsch­land und ganz Euro­pa bald deut­lich höhe­re Prei­se auf dem Lebens­mit­tel­sek­tor zu spü­ren bekom­men wer­den.

Irans Schlüs­sel­rol­le auf den Ener­gie­märk­ten: Stei­gen­de Kos­ten ent­lang der gesam­ten Lie­fer­ket­te

Ein wesent­li­cher Grund dafür liegt in der stra­te­gi­schen Bedeu­tung des Irans für den inter­na­tio­na­len Öl- und Gas­markt. Mili­tä­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen sowie mög­li­che Ein­schrän­kun­gen wich­ti­ger Han­dels­we­ge wie der Stra­ße von Hor­mus set­zen die Ener­gie­märk­te unter Druck. Bereits kurz nach Beginn der Eska­la­ti­on kam es zu deut­li­chen Preis­sprün­gen: Gas ver­teu­er­te sich um mehr als die Hälf­te, wäh­rend Ölprei­se um etwa zehn Pro­zent anzo­gen. In extre­men Sze­na­ri­en hal­ten Ana­lys­ten sogar Ölprei­se von bis zu 200 US-Dol­lar pro Bar­rel für mög­lich. Par­al­lel dazu stei­gen welt­weit die Trans­port­kos­ten.

Die­se Ent­wick­lung wirkt sich direkt auf die Lebens­mit­tel­prei­se aus, da stei­gen­de Ener­gie­kos­ten die gesam­te Pro­duk­ti­ons- und Lie­fer­ket­te beein­flus­sen. In der Land­wirt­schaft ist Ener­gie unver­zicht­bar, etwa bei der Her­stel­lung von Dün­ge­mit­teln, beim Ein­satz von Maschi­nen oder bei Küh­lung und Ver­ar­bei­tung.

Gleich­zei­tig ver­teu­ern sich Trans­por­te erheb­lich, da vie­le Lebens­mit­tel über gro­ße Ent­fer­nun­gen trans­por­tiert wer­den. In Deutsch­land liegt der Ben­zin­preis bereits regel­mä­ßig bei über zwei Euro pro Liter, was die Logis­tik­kos­ten zusätz­lich erhöht. Hin­zu kom­men gestör­te Lie­fer­ket­ten: Ver­zö­ge­run­gen, Umlei­tun­gen im Schiffs­ver­kehr und stei­gen­de Fracht­ra­ten erschwe­ren die Ver­sor­gung und trei­ben die Prei­se wei­ter in die Höhe.

Infla­ti­on könn­te auf 4 Pro­zent stei­gen: Import­pro­duk­te zunächst beson­ders betrof­fen

Beson­ders schnell könn­ten zunächst impor­tier­te Pro­duk­te teu­rer wer­den. Dazu zäh­len unter ande­rem Nüs­se, Pis­ta­zi­en, Dat­teln, Gewür­ze und bestimm­te Öle, die häu­fig direkt aus der betrof­fe­nen Regi­on stam­men oder stark von den dor­ti­gen Han­dels­rou­ten abhän­gen. Auf län­ge­re Sicht bleibt jedoch kaum ein Lebens­mit­tel von den Preis­stei­ge­run­gen ver­schont, da Ener­gie ein grund­le­gen­der Kos­ten­fak­tor in nahe­zu allen Berei­chen der Pro­duk­ti­on ist.

Auch die Infla­ti­on könn­te durch die anhal­ten­de Kri­se erneut an Dyna­mik gewin­nen. Öko­no­men rech­nen damit, dass dau­er­haft hohe Ölprei­se die Ver­brau­cher­prei­se um bis zu 0,8 Pro­zent zusätz­lich erhö­hen könn­ten. Ins­ge­samt besteht die Gefahr, dass die Infla­ti­ons­ra­te wie­der deut­lich über die Mar­ke von zwei Pro­zent steigt, was die Kauf­kraft vie­ler Haus­hal­te spür­bar schwä­chen wür­de. Wirt­schafts­in­sti­tu­te in Deutsch­land war­nen bereits vor einem zuneh­men­den Infla­ti­ons­druck infol­ge stei­gen­der Roh­stoff­prei­se.

Die Aus­wir­kun­gen beschrän­ken sich jedoch nicht auf Euro­pa. Welt­weit dro­hen erheb­li­che Ver­sor­gungs­pro­ble­me, da stei­gen­de Ener­gie- und Lebens­mit­tel­prei­se ins­be­son­de­re ärme­re Regio­nen stark belas­ten. Schät­zun­gen zufol­ge könn­ten bis zu 45 Mil­lio­nen wei­te­re Men­schen von aku­ter Hun­gers­not betrof­fen sein. Gleich­zei­tig gera­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unter Druck, da ihre Kos­ten stei­gen, wäh­rend finan­zi­el­le Mit­tel knap­per wer­den.

Glo­ba­le Fol­gen für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit als Belas­tung für Ver­brau­cher im All­tag

Ins­ge­samt zeigt sich, wie eng Ener­gie­prei­se und Lebens­mit­tel­kos­ten mit­ein­an­der ver­knüpft sind. Soll­te der Kon­flikt wei­ter anhal­ten, müs­sen Ver­brau­cher mit deut­lich höhe­ren Aus­ga­ben im All­tag rech­nen. Das betrifft nicht nur den Ein­kauf im Super­markt, son­dern auch die Kos­ten für Ener­gie und Mobi­li­tät, wäh­rend gleich­zei­tig die Kauf­kraft sinkt.

Der Iran-Kon­flikt ist ein zen­tra­ler Fak­tor für die aktu­el­le Ener­gie­kri­se und trägt maß­geb­lich zur Ver­teue­rung von Lebens­mit­teln bei. Stei­gen­de Öl- und Gas­prei­se sowie anhal­ten­de Stö­run­gen in den Lie­fer­ket­ten könn­ten eine neue Infla­ti­ons­wel­le aus­lö­sen. Ver­brau­cher sind daher gut bera­ten, sich früh­zei­tig auf stei­gen­de Lebens­hal­tungs­kos­ten ein­zu­stel­len.

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