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Ras­sis­mus-Eklat im Netz: AfD-Abge­ord­ne­te Chris­ti­na Baum unter Beschuss nach Post über Cem Özd­emir

Die AfD-Abgeordnete Christina Baum wird nach Post über Cem Özdemir Rassismus vorgeworfen
Nach Social-Media-Äußerung: Rassismus-Vorwürfe gegen AfD-Politikerin Christina Baum

Die AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Chris­ti­na Baum, die ihre poli­ti­sche Basis im Harz und im süd­li­chen Sach­sen-Anhalt hat, steht im Zen­trum einer hef­ti­gen Kon­tro­ver­se. Nach einem Social-Media-Bei­trag über den desi­gnier­ten Minis­ter­prä­si­den­ten von Baden-Würt­tem­berg, Cem Özd­emir (Grü­ne), sieht sich die Poli­ti­ke­rin mas­si­ven Ras­sis­mus-Vor­wür­fen aus­ge­setzt. Wäh­rend poli­ti­sche Geg­ner von einer „neu­en Stu­fe der Ent­glei­sung“ spre­chen, ver­tei­digt Baum ihre Wort­wahl als legi­ti­me Kri­tik.

Der Aus­lö­ser: Ein Post mit Spreng­kraft

In dem umstrit­te­nen Bei­trag, den Baum auf ihren Kanä­len in den sozia­len Netz­wer­ken ver­öf­fent­lich­te, wand­te sie sich direkt an den  Grü­nen-Poli­ti­ker Özd­emir. Anlass war eine Debat­te über die Agrar­po­li­tik und die Iden­ti­tät im länd­li­chen Raum. Baum wird vor­ge­wor­fen, dabei die Zuge­hö­rig­keit und die Legi­ti­ma­ti­on des Minis­ters auf­grund sei­ner bio­gra­fi­schen Wur­zeln infra­ge gestellt zu haben.

Kri­ti­ker wer­fen der 69-jäh­ri­gen Zahn­ärz­tin vor, klas­si­sche ras­sis­ti­sche Nar­ra­ti­ve zu bedie­nen, indem sie zwi­schen „ech­ten“ Deut­schen und Bür­gern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund unter­schei­de – unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass Özd­emir in Baden-Würt­tem­berg gebo­ren wur­de.

Wel­le der Empö­rung in der Poli­tik

Die Reak­tio­nen lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten. Ver­tre­ter der demo­kra­ti­schen Par­tei­en im Harz und auf Bun­des­ebe­ne reagier­ten mit schar­fer Ableh­nung:

  • Bünd­nis 90/Die Grü­nen: Ein Spre­cher des Lan­des­ver­ban­des bezeich­ne­te die Äuße­run­gen als „zutiefst men­schen­ver­ach­tend“ und warf Baum vor, das gesell­schaft­li­che Kli­ma gezielt ver­gif­ten zu wol­len.

  • SPD & CDU: Auch aus den Rei­hen der ande­ren Frak­tio­nen kam Gegen­wind. Man dür­fe nicht zulas­sen, dass Abge­ord­ne­te den par­la­men­ta­ri­schen Anstand im digi­ta­len Raum kom­plett über Bord wer­fen, hieß es in einer gemein­sa­men Ein­ord­nung.

Baum sieht Äuße­run­gen als gewollt miss­ver­stan­den

Chris­ti­na Baum, die dem for­mal auf­ge­lös­ten „Flü­gel“ der AfD nahe­steht, ist für ihre Posi­tio­nen bekannt. In einer ers­ten Stel­lung­nah­me wies sie die Vor­wür­fe zurück. Sie habe ledig­lich die „Ent­frem­dung der poli­ti­schen Eli­te von der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung“ the­ma­ti­siert. Von einer Ent­schul­di­gung oder einer Distan­zie­rung ist bis­lang kei­ne Rede – im Gegen­teil: In den Kom­men­ta­ren unter ihrem Bei­trag befeu­ert sie die Debat­te wei­ter.

Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz

Der Vor­fall dürf­te auch das Inter­es­se der Sicher­heits­be­hör­den ver­stär­ken. Da der AfD-Lan­des­ver­band in Sach­sen-Anhalt bereits als „gesi­chert rechts­extre­mis­tisch“ ein­ge­stuft wird, flie­ßen Äuße­run­gen die­ser Art regel­mä­ßig in die Bewer­tung der Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den ein.

Nach dem jüngs­ten Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln dürf­te jedoch auch die­ser Fall kei­nen nen­nens­wer­ten Ein­fluss auf ein mög­li­ches Par­tei­ver­bots­ver­fah­ren haben, da die hier­für not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen nur sehr schwer erreicht wer­den kön­nen.

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