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Musi­ka­li­sches Dra­ma aus dem 18. Jahr­hun­dert im Klos­ter Michaelstein wie­der­ent­deckt

Ein lan­ge ver­ges­se­nes musi­ka­li­sches Werk aus dem 18. Jahr­hun­dert erlebt im Klos­ter Michaelstein sei­ne Wie­der­auf­füh­rung. Das ora­to­ri­sche Dra­ma Die Pil­grime auf Gol­ga­tha des Kom­po­nis­ten Chris­ti­an Gott­helf Schein­pflug erklingt dort erst­mals seit mehr als 260 Jah­ren wie­der.

Die Kom­po­si­ti­on wur­de in Archi­ven der Hei­decks­burg in Rudol­stadt ent­deckt. Zwi­schen his­to­ri­schen Noten­bün­deln stie­ßen For­schen­de auf eine bis­lang unbe­kann­te Musik zur Pas­si­ons­zeit. Die Hand­schrift des Wer­kes wur­de inzwi­schen in moder­nes Noten­ma­te­ri­al über­tra­gen und kann nun wie­der auf­ge­führt wer­den.

Kom­po­nist präg­te musi­ka­li­sches Leben am Rudol­städ­ter Hof

Chris­ti­an Gott­helf Schein­pflug wirk­te Mit­te des 18. Jahr­hun­derts als Hof­ka­pell­meis­ter am Hof von Fürst Johann Fried­rich von Schwarz­burg-Rudol­stadt. Zeit­ge­nos­sen beschrie­ben ihn als gebil­de­ten und beschei­de­nen Musi­ker, der unter den Hof­mu­si­kern eine beson­de­re Har­mo­nie schuf. Das Ensem­ble erleb­te in die­ser Zeit eine kul­tu­rel­le Blü­te und ori­en­tier­te sich stark an den künst­le­ri­schen Strö­mun­gen der Epo­che.

Am Hof waren auch zeit­ge­nös­si­sche lite­ra­ri­sche Wer­ke bekannt. Dazu gehör­te das Libret­to des Braun­schwei­ger Schrift­stel­lers und Pro­fes­sors für Dicht­kunst Fried­rich Wil­helm Zacha­riae. Sei­ne Dich­tung Die Pil­grime auf Gol­ga­tha traf mit ihrem gefühl­vol­len Ton den Zeit­geist der Epo­che der Emp­find­sam­keit. Bereits 1757, nur ein Jahr nach Ver­öf­fent­li­chung des Tex­tes, ver­ton­te Schein­pflug das Werk in Rudol­stadt.

Medi­ta­ti­ve Betrach­tung der Pas­si­ons­ge­schich­te

Die Hand­lung erzählt die Pas­si­ons­ge­schich­te nicht als rei­ne Nach­er­zäh­lung, son­dern reflek­tiert ihre Bedeu­tung für das eige­ne Leben. Zwei Pil­ger tref­fen auf Gol­ga­tha auf einen Ein­sied­ler und spre­chen über Sinn und Ziel ihrer Wall­fahrt. In lyri­schen Tex­ten und dia­lo­gi­schen Pas­sa­gen wird die Geschich­te von Leben und Ster­ben Jesu Chris­ti aus einer nach­denk­li­chen Per­spek­ti­ve betrach­tet.

Den Höhe­punkt bil­det das Erschei­nen eines Engels, der den Pil­gern eine mora­li­sche Bot­schaft ver­mit­telt: Der Weg der Nach­fol­ge Chris­ti erfüllt sich in einem akti­ven und tugend­haf­ten Leben.

Auf­füh­rung mit Solis­ten der Alten Musik

Die Wie­der­auf­füh­rung fin­det am Sams­tag, 28. März, um 19.30 Uhr im Klos­ter Michaelstein statt. Es musi­zie­ren bekann­te Solis­ten der Sze­ne der Alten Musik gemein­sam mit dem Tele­man­ni­schen Col­le­gi­um Michaelstein unter der Lei­tung von David Fasold.

Als Solis­ten wir­ken Hei­di Maria Tau­bert (Sopran), David Erler (Alt­us), Tobi­as Hun­ger (Tenor) und Wolf Mat­thi­as Fried­rich (Bass) mit.

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