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Stadt Oster­ode infor­miert sich über Pilot­pro­jekt zum Was­ser­ma­nage­ment im Wald

Wie Hoch­was­ser­schutz bereits im Wald begin­nen kann, zeig­te ein Vor-Ort-Ter­min ober­halb von Ler­bach. Dort infor­mier­ten die Nie­der­säch­si­schen Lan­des­fors­ten über ihr Pilot­pro­jekt „Wald als Schwamm“. Oster­odes Bür­ger­meis­ter Jens Augat und Ler­bachs Orts­bür­ger­meis­ter Oli­vi­er Kut­scher ver­schaff­ten sich dabei ein Bild von den Maß­nah­men im Wald­ge­biet.

Auf einer rund 288 Hekt­ar gro­ßen Flä­che zwi­schen Bun­ten­bock und Ler­bach wer­den seit dem Früh­jahr 2025 neue Ver­fah­ren erprobt, um Regen­was­ser län­ger im Wald zu hal­ten und kon­trol­liert ver­si­ckern zu las­sen. Ziel ist es, Hoch­was­ser­spit­zen in den tie­fer gele­ge­nen Ort­schaf­ten abzu­mil­dern und gleich­zei­tig die Was­ser­spei­cher­fä­hig­keit der Wald­bö­den zu ver­bes­sern.

Was­ser gezielt im Wald zurück­hal­ten

Ein Schwer­punkt des Pro­jekts liegt auf dem Wald­we­ge­netz. Bis­her fließt Nie­der­schlags­was­ser über Grä­ben häu­fig schnell aus dem Wald ab. Durch geziel­te bau­li­che Ver­än­de­run­gen soll das Was­ser nun stär­ker in der Flä­che ver­teilt wer­den, statt es an weni­gen Stel­len abzu­lei­ten. Auf die­se Wei­se kön­nen meh­re­re tau­send Kubik­me­ter Was­ser im Wald zurück­ge­hal­ten wer­den.

Dafür wur­den unter ande­rem sie­ben neue Bau­wer­ke mit Rück­hal­te­funk­ti­on geschaf­fen. Alte Beton­roh­re wur­den durch grö­ße­re Spe­zi­al­durch­läs­se ersetzt, zusätz­lich ent­stan­den befes­tig­te Über­läu­fe über Wald­we­ge. Außer­dem wur­den etwa 40 neue Durch­läs­se unter Forst­we­gen ein­ge­baut, damit sich das Was­ser bes­ser im Wald ver­tei­len kann.

Nut­zen für Hoch­was­ser­schutz und Natur

Die ent­ste­hen­den klei­nen Was­ser­flä­chen die­nen nicht nur der Spei­che­rung von Regen­was­ser. Als tem­po­rä­re Still­ge­wäs­ser bie­ten sie auch neue Lebens­räu­me für Amphi­bi­en und ande­re was­ser­ge­bun­de­ne Tier­ar­ten. Gleich­zei­tig fil­tern sie Sedi­men­te aus dem Was­ser, bevor es wei­ter in Rich­tung der Tal­sper­ren fließt, und tra­gen so zur Ver­bes­se­rung der Trink­was­ser­qua­li­tät bei.

Das vom Land Nie­der­sach­sen geför­der­te Pro­jekt wur­de mit rund 260.000 Euro aus Mit­teln des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums unter­stützt. Per­spek­ti­visch könn­te das Kon­zept auch auf wei­te­re Wald­flä­chen über­tra­gen wer­den. Nach Anga­ben der Lan­des­fors­ten ist bereits ein ähn­li­ches Pro­jekt im Bereich See­sen geplant.

Bür­ger­meis­ter Jens Augat bezeich­ne­te das Pro­jekt als Bei­spiel dafür, wie Hoch­was­ser­schutz, Kli­ma­an­pas­sung und Natur­schutz gemein­sam umge­setzt wer­den kön­nen. Beson­ders für die Ort­schaf­ten Ler­bach und Frei­heit sei der Ansatz ein wich­ti­ges Signal für wirk­sa­me Kli­ma­an­pas­sung vor Ort.

Bauwerk mit Rueckhaltefunktion an einem Waldweg Bauwerk mit Rueckhaltefunktion 1 Wassertasche

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