Im Gleimhaus in Halberstadt steht Mitte März die Rolle von Frauen in der Oden-Dichtung im Mittelpunkt. Am 16. März stellt Christoph Georg Rohrbach Autorinnen vor, die diese literarische Form aufgegriffen und weiterentwickelt haben. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Im 18. Jahrhundert übertrug Friedrich Gottlieb Klopstock antike Odenformen in die deutsche Literatur und prägte damit eine als besonders erhaben geltende Gedichtform. Diese war lange Zeit eng mit klassischer Bildung verbunden und blieb Frauen zunächst weitgehend verschlossen. Erst um 1800 begannen Autorinnen, sich dieser Form zuzuwenden und sie mit eigenen Themen und Perspektiven zu füllen.
Oden zwischen Literatur und Emanzipation
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Oden-Dichtung auch zu einem Ausdruck weiblicher Erfahrungen und gesellschaftlicher Emanzipation. Der Vortrag stellt unter anderem Schriftstellerinnen wie Friederike Brun, Isolde Kurz und Ricarda Huch vor und ordnet ihre Texte in diesen literarischen Wandel ein. Ausgewählte Gedichte werden im Rahmen der Veranstaltung gelesen.
Christoph Georg Rohrbach beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Oden-Dichtung und ist Mitglied im Klopstock e. V. Der Verein organisiert zweimal jährlich Veranstaltungen: am 2. Juli, dem Geburtstag von Friedrich Gottlieb Klopstock, in Quedlinburg sowie am 16. März in Halberstadt, dem Geburtstag von Klopstocks Ehefrau Meta Moller. Während der März-Veranstaltung steht traditionell das literarische Schaffen von Frauen im Mittelpunkt.
Foto: Friedrich Fleischmann nach einem Entwurf von Siegfried Detlev Bendixen




























