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800 Kilo­gramm Geschich­te Men­hir aus Din­gel­stedt berei­chert Son­der­aus­stel­lung in Hal­le

Der soge­nann­te Men­hir von Din­gel­stedt wird eines der Haupt­ex­po­na­te der Son­der­aus­stel­lung „Die Scha­ma­nin“ im Lan­des­mu­se­um für Vor­ge­schich­te in Hal­le (Saa­le). Das rund 800 Kilo­gramm schwe­re Stein­mo­nu­ment stammt aus dem Kreuz­gang der Hal­ber­städ­ter Lieb­frau­en­kir­che und ist nun erneut als Leih­ga­be in die Saal­e­stadt gebracht wor­den.

Die Aus­stel­lung läuft vom 27. März bis zum 1. Novem­ber 2026. Aus­gangs­punkt sind aktu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se zur außer­ge­wöhn­li­chen Bestat­tung der Scha­ma­nin von Bad Dür­ren­berg, die auf etwa 7000 v. Chr. datiert wird.

Fokus auf Scha­ma­nis­mus und Mit­tel­stein­zeit

Nach Anga­ben des Lan­des­mu­se­ums kom­men nur weni­ge archäo­lo­gi­sche Fun­de aus der Mit­tel­stein­zeit als Ver­gleich zum Befund von Bad Dür­ren­berg in Betracht. Ein Groß­teil die­ser Objek­te wur­de für die Aus­stel­lung zusam­men­ge­tra­gen. Die Schau geht den frü­hes­ten Hin­wei­sen auf das Phä­no­men des Scha­ma­nis­mus nach und rückt das Meso­li­thi­kum als bedeu­ten­de Pha­se kul­tu­rel­ler Ent­wick­lung in den Mit­tel­punkt.

Auf rund 900 Qua­drat­me­tern wer­den hoch­ran­gi­ge Expo­na­te aus inter­na­tio­na­len Samm­lun­gen prä­sen­tiert. Nach Dar­stel­lung des Muse­ums han­delt es sich um die bis­lang auf­wen­digs­te Son­der­aus­stel­lung in Mit­tel­eu­ro­pa zum urge­schicht­li­chen Scha­ma­nis­mus und zur Mit­tel­stein­zeit.

Zei­chen der Zusam­men­ar­beit

Hal­ber­stadts Ober­bür­ger­meis­ter Dani­el Sza­ra­ta bezeich­ne­te die Leih­ga­be als Aus­druck der guten Zusam­men­ar­beit zwi­schen Land­kreis, Stadt und Land. Die­se habe sich bereits bei der archäo­lo­gi­schen Unter­su­chung des Bau­ge­län­des von Daim­ler Truck gezeigt.

Rät­sel­haf­te Sym­bo­le im Stein

Der Men­hir wur­de 1925 bei Bau­ar­bei­ten an einem Sport­platz in Din­gel­stedt ent­deckt. Beson­ders sind die mehr als 5.000 Jah­re alten ein­gra­vier­ten bezie­hungs­wei­se ein­ge­klopf­ten Sym­bo­le. Ihre genaue Bedeu­tung ist bis heu­te nicht abschlie­ßend geklärt. Eine Deu­tung erkennt in den Dar­stel­lun­gen einen Kreis als Kopf, eine Axt sowie mög­li­cher­wei­se einen Gür­tel. Dies könn­te auf die Abbil­dung eines Men­schen oder einer Gott­heit hin­wei­sen.

Ver­mut­lich dien­te der Stein ursprüng­lich ritu­el­len Zwe­cken. Spä­ter wur­de er offen­bar als Deck­plat­te eines früh­bron­ze­zeit­li­chen Gra­bes bei Din­gel­stedt wie­der­ver­wen­det – mit der ver­zier­ten Sei­te nach unten.

Bereits bis Janu­ar 2022 war der Men­hir als Leih­ga­be in der Aus­stel­lung „Die Him­mels­schei­be von Nebra – Neue Hori­zon­te“ zu sehen und zähl­te dort zu den am bes­ten erhal­te­nen Groß­ob­jek­ten mit stein­zeit­li­chen Ritz­zei­chen.

Foto: Hol­ger Wege­ner

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