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Debat­te um AfD ver­schärft sich: Braun­schweigs OB ver­langt kla­re Kan­te

Die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um die AfD gewinnt in Nie­der­sach­sen an Schär­fe. Braun­schweigs Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Thors­ten Korn­blum (SPD) hat die Par­tei in einem aktu­el­len Inter­view als Gefahr für die Demo­kra­tie bezeich­net und ein kon­se­quen­tes Vor­ge­hen des Rechts­staa­tes gefor­dert.

Vor dem Hin­ter­grund stei­gen­der Umfra­ge­wer­te und der Ein­stu­fung des nie­der­säch­si­schen AfD-Lan­des­ver­ban­des als Beob­ach­tungs­ob­jekt durch den Ver­fas­sungs­schutz sprach sich Korn­blum am 21. Febru­ar 2026 für ein ent­schlos­se­nes Han­deln aus. Die Pha­se des blo­ßen Beob­ach­tens sei vor­bei. Der Rechts­staat müs­se alle zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel prü­fen und gege­be­nen­falls ein­set­zen.

For­de­rung nach kon­se­quen­tem Vor­ge­hen

Korn­blum plä­diert dafür, auch nach­rich­ten­dienst­li­che Mit­tel wie den Ein­satz von V‑Leuten in Betracht zu zie­hen. Zudem befür­wor­tet er ein bun­des­wei­tes Ver­bots­ver­fah­ren gegen die AfD, sofern die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind. Hin­ter einer bür­ger­lich wir­ken­den Fas­sa­de ein­zel­ner Funk­tio­nä­re erken­ne er Ten­den­zen zur Spal­tung der Gesell­schaft und eine Miss­ach­tung demo­kra­ti­scher Grund­wer­te.

Eine Zusam­men­ar­beit mit der AfD in kom­mu­na­len Gre­mi­en schließt der Ober­bür­ger­meis­ter kate­go­risch aus. Er for­dert von allen demo­kra­ti­schen Par­tei­en eine kla­re Abgren­zung sowie die Bereit­schaft zu Kom­pro­mis­sen unter­ein­an­der, um sta­bi­le Mehr­hei­ten ohne rechts­extre­me Kräf­te zu sichern.

Kom­mu­na­le Ebe­ne beson­ders gefor­dert

Als Ober­bür­ger­meis­ter einer Stadt, die sich als welt­of­fe­ner For­schungs­stand­ort ver­steht, sieht Korn­blum ins­be­son­de­re die kom­mu­na­le Ebe­ne in der Ver­ant­wor­tung. Neben sei­nem Amt in Braun­schweig ist er auch Bun­des­vor­sit­zen­der der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik. Aus sei­ner Sicht ver­folgt die AfD vor allem das Ziel, gesell­schaft­li­che Grä­ben zu ver­tie­fen, statt kon­struk­ti­ve Lösun­gen für Her­aus­for­de­run­gen wie bezahl­ba­ren Wohn­raum oder die Digi­ta­li­sie­rung zu ent­wi­ckeln.

Kon­ti­nui­tät in der poli­ti­schen Hal­tung

Die jüngs­ten Äuße­run­gen knüp­fen an frü­he­re Posi­tio­nie­run­gen an. Bereits im Janu­ar 2024 sprach Korn­blum auf einer Kund­ge­bung mit rund 20.000 Teil­neh­mern auf dem Braun­schwei­ger Schloss­platz und setz­te ein deut­li­ches Zei­chen gegen Rechts­extre­mis­mus. Nach den Kom­mu­nal­wah­len im Juni 2024 bekräf­tig­te er sein Nein zu einer Zusam­men­ar­beit mit der AfD.

Mit sei­nen aktu­el­len For­de­run­gen nach dem Ein­satz nach­rich­ten­dienst­li­cher Mit­tel und der Prü­fung eines Par­tei­ver­bots setzt er die­se Linie nun fort.

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