Ehrenamtliche Integrationslotsen im Landkreis Harz helfen Flüchtlingen und Migranten beim Start in ein neues Leben in Deutschland. Sie begleiten Menschen bei Behördengängen, Arztterminen, schulischen Aufgaben oder Bewerbungen – überall dort, wo Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede den Alltag erschweren.
Ende Januar wurden insgesamt 22 neue und teils bereits aktive Lotsinnen und Lotsen vom Landkreis Harz offiziell ernannt. Einige engagieren sich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe, andere bringen als Neuzugänge frische Perspektiven ein. Die Berufung übernahm das Team um Michael Reichel, Sachgebietsleiter für Integration und Inklusion. Er betonte die Bedeutung eines langfristigen Ansatzes: Eine erfolgreiche Integration erfordere verlässliche Unterstützung durch engagierte Menschen vor Ort.
Vernetzte Unterstützung im Alltag
Die Lotsen arbeiten eng mit den sozialen Diensten des Landkreises, den Migrationsfachdiensten, der Koordinierungsstelle für Migration und Ehrenamt sowie lokalen Vereinen und weiteren Ehrenamtsstrukturen zusammen. Unterstützt werden Familien, Kinder, junge Zugewanderte und Fachkräfte, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen.
Eigene Erfahrungen als Ressource
Ein Teil der Lotsinnen und Lotsen hat selbst eine Migrationsgeschichte – unter anderem aus Afghanistan, Syrien, Russland oder der Ukraine. Ihre Erfahrungen mit dem Ankommen in einem neuen Land machen sie zu besonders einfühlsamen Begleitern. Zugleich sind auch viele Einheimische aus dem Harz seit Jahren engagiert. Sie bringen lokale Kenntnisse und langjährige Erfahrung mit den Strukturen der Flüchtlingshilfe ein.
Ehrenamtskoordinatorin Susanne Reinhardt würdigte das Engagement mit klaren Worten: Alle zeichnet aus, „dass sie mit Herz und Verstand diesem Ehrenamt nachgehen und sich jeder noch so spontanen und schwierigen Situation stellen.“
Langjähriges Projekt mit Förderung
Das Projekt „Ehrenamtliche Integrationslotsen im Landkreis Harz“ besteht seit dem 1. April 2016 und begeht in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Die Initiative wird durch das Landesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Die Koordinierungsstelle für Migration und Ehrenamt organisiert die Einsätze, übernimmt Schulungen und begleitet die Ehrenamtlichen kontinuierlich.
Foto: Landkreis Harz/Pressestelle





























