Der geplante Solarpark am Rand von Herzberg sorgt für wachsende Spannungen zwischen Politik und Anwohnerschaft. Während das Projekt als wichtiger Beitrag zur Energiewende gilt, äußern viele Anwohnende Kritik – insbesondere an der Größe der Anlage und dem bisherigen Umgang mit der Öffentlichkeit.
Auf mehreren Hektar landwirtschaftlicher Fläche soll die Photovoltaikanlage entstehen und künftig tausende Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgen. Die Stadt erhofft sich langfristige Einnahmen und einen Beitrag zum Klimaschutz. Bürgermeisterin Claudia Neumann betont: „Wir müssen unseren Beitrag zur Energiewende leisten.“ Auch der Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Projekt.
Doch der Widerstand aus der Nachbarschaft wächst. Besonders kritisiert werden die befürchteten Auswirkungen auf Landschaft und Wohnumfeld. Anwohner wie Peter Müller, der seit über zwei Jahrzehnten in der Nähe des geplanten Standorts lebt, bemängeln die fehlende Einbindung der Bevölkerung. „Wir haben künftig nur noch einen Blick auf Metall und Zäune“, sagt er. Auch Blendungen durch die Solarmodule sowie Einschränkungen für Spaziergänge und landwirtschaftliche Nutzung bereiten Sorge.
Unzufriedenheit über mangelnde Transparenz
Großen Ärger verursacht vor allem der bisherige Informationsfluss. Zahlreiche Anwohner berichten, dass sie erst spät von den konkreten Plänen erfahren hätten. Bei einer kürzlich abgehaltenen Bürgerversammlung, die auf reges Interesse stieß und zum Teil hitzig verlief, war die Enttäuschung spürbar. „Es fühlt sich an, als würde hier über unsere Köpfe hinweg entschieden“, sagte eine Teilnehmerin.
Der Projektentwickler zeigt sich bemüht, die Wogen zu glätten. In einer Stellungnahme heißt es, man nehme die Sorgen ernst und prüfe aktuell verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören etwa größere Abstände zur Wohnbebauung, eine stärkere Begrünung sowie Blendschutz. Zudem werde der Dialog mit den Betroffenen gesucht.
Ob diese Ankündigungen ausreichen, um die Kritik zu entschärfen, ist derzeit unklar. Der Solarpark in Herzberg steht inzwischen exemplarisch für die Spannungen zwischen globalem Klimaschutz und lokalen Interessen. Wie sich die Situation weiterentwickelt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.





























