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Wo der Kaf­fee die See­le berührt – Dill’s Kaf­fee­rös­te­rei in Gos­lar

Zwi­schen damp­fen­den Röst­trom­meln, duf­ten­den Boh­nen und ehr­li­cher Hand­ar­beit ent­steht auf 30 Qua­drat­me­tern mit­ten in Gos­lar etwas, das man kaum in Wor­te fas­sen kann — aber mit jedem Schluck fühlt: ech­ter Kaf­fee mit Cha­rak­ter.

Wenn Mar­kus Dill über Kaf­fee spricht, dann klingt das nicht nach Ver­kauf, son­dern nach Beru­fung. Der 58-Jäh­ri­ge betreibt gemein­sam mit sei­ner Part­ne­rin seit 13 Jah­ren Dill’s Kaf­fee­rös­te­rei im Her­zen der his­to­ri­schen Alt­stadt von Gos­lar. „Betriebs­wirt­schaft auf engs­tem Raum“, nennt er das. Und tat­säch­lich: Wer den klei­nen Laden betritt, steht mit­ten in der Pro­duk­ti­on. Die Kun­den erle­ben hier alles aus nächs­ter Nähe, vom rohen Boh­nen­beu­tel bis zur fer­tig gerös­te­ten Spe­zia­li­tät.

Doch die Geschich­te die­ses Ortes beginnt lan­ge vor der ers­ten Tas­se. Denn Gos­lar war für Mar­kus Dill mehr als nur eine schö­ne Stadt. „Ich kom­me aus dem Osten. Gos­lar war die ers­te Stadt, die ich nach dem Mau­er­fall gese­hen habe. Ich saß auf der Park­bank vor der Kai­ser­pfalz und habe geweint. Die­se Schön­heit, die­ser Erhalt der Geschich­te. Das hat mich nie wie­der los­ge­las­sen.“

Kaf­fee wie Wein – nur kom­ple­xer

Dass Kaf­fee nicht gleich Kaf­fee ist, wird bei Dill sofort klar. Jede Sor­te stammt von einer ein­zi­gen Farm, jede Boh­ne trägt die Geschich­te ihres Bodens, ihres Kli­mas, ihrer Her­kunft in sich. Wie beim Wein spre­chen Kaf­fee­ken­ner hier von Reb­sor­ten, von vul­ka­ni­schen Böden, Kakao­no­ten oder flo­ra­len Anklän­gen. Die Rös­tung folgt der Phi­lo­so­phie der Wie­ner Rös­tung: „Ziel ist es, die in der Boh­ne bereits vor­han­de­nen Aro­men nicht zu über­de­cken, son­dern her­aus­zu­ar­bei­ten. 80 Pro­zent des Geschmacks steckt schon im Roh­kaf­fee. Wir kit­zeln nur noch den Rest her­vor.“

Beson­ders ein­drucks­voll: Dill arbei­tet mit einer eigens für ihn gebau­ten Röst­ma­schi­ne. Ein Uni­kat, ent­wi­ckelt mit einem klei­nen Inge­nieurs­be­trieb, der ursprüng­lich aus einer Gara­ge ent­stand. „Der bes­te Mann für Röst­ma­schi­nen welt­weit — vol­ler Tat­toos, aber mit einem Ver­ständ­nis für Tech­nik, das sei­nes­glei­chen sucht.“

Direk­ter Han­del statt lee­re Sie­gel

Ein zen­tra­les Anlie­gen von Dill ist der fai­re Umgang mit den Kaf­fee­bau­ern, und zwar auf Augen­hö­he, jen­seits von frag­wür­di­gen Bio- oder Fair­trade-Sie­geln. „Vie­le unse­rer Part­ner machen seit Gene­ra­tio­nen nichts ande­res als nach­hal­ti­gen Anbau. Nur kos­tet ein Sie­gel sie teils zehn­tau­send Dol­lar, obwohl sie im Jahr kei­ne zwei­tau­send ver­die­nen. Wir kau­fen direkt, zah­len gut und wis­sen, wo unser Kaf­fee her­kommt.“

Dazu gehört auch, kei­ne Mischun­gen zu ver­wen­den. Jede Sor­te wird sor­ten­rein ange­bo­ten. So kann der Kun­de den unver­fälsch­ten Geschmack eines Ursprungs­ge­biets erle­ben, sei es aus Anti­gua in Gua­te­ma­la oder von klei­nen Plan­ta­gen in Afri­ka oder Süd­ame­ri­ka.

Ein Kaf­fee, der Auf­merk­sam­keit ver­langt

Ver­kos­ten im Laden ist seit Coro­na lei­der nicht mehr mög­lich. Doch Dill gibt einen ein­fa­chen Tipp: Kaf­fee immer auch kalt pro­bie­ren. „Heiß ver­schließt unse­re Geschmacks­sen­so­ren. “Bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur kom­men die Aro­men voll zur Gel­tung.“ Und die­se Aro­men sind viel­fäl­tig. Kaf­fee ist das aro­ma­tischs­te Lebens­mit­tel der Welt mit über tau­send iden­ti­fi­zier­ten Geschmacks­nu­an­cen. Zum Ver­gleich: Rot­wein bringt es auf etwa zwei­hun­dert­fünf­zig.

Kein Wun­der also, dass selbst geschul­te Som­me­liers nur einen Bruch­teil davon erfas­sen kön­nen. Dill ermu­tigt sei­ne Kun­den, ihren eige­nen Geschmack zu ent­de­cken. „Jeder kann das ler­nen. Augen zu, Schluck neh­men, schme­cken, füh­len. Was kommt dir in den Sinn. Genau das ist dein Aro­ma.“

Klei­ne Flä­che, gro­ße Wir­kung

Auf nur 30 Qua­drat­me­tern schafft Dill’s Kaf­fee­rös­te­rei mehr Out­put pro Qua­drat­me­ter als manch gro­ße Kaf­fee­fir­ma, und das mit einer Prä­zi­si­on, die spür­bar ist. Die kon­stan­te Luft­feuch­te im Raum wird bewusst kon­trol­liert, um die Qua­li­tät der Boh­nen zu sichern. Alles hier hat sei­nen Platz, sei­ne Ord­nung und sei­ne Bedeu­tung.

Belie­fert wer­den neben vie­len pri­va­ten Kaf­fee­lieb­ha­bern auch eini­ge aus­ge­wähl­te Gas­tro­no­mie­be­trie­be in Gos­lar, etwa das Brau­haus, das „Schnee­weiß­chen und Rosen­rot“ oder das Quan­tic im Schwimm­bad. „Aber 90 Pro­zent gehen direkt an unse­re Kun­den. Ent­we­der im Laden oder im Online­shop. Wir ste­hen mit Rat und Tat zur Sei­te, tele­fo­nisch oder per­sön­lich.“

Der Stil von Dill’s Kaf­fee­rös­te­rei ori­en­tiert sich dabei nicht nur an der Wie­ner Kaf­fee­schu­le, son­dern auch an der hoch­ent­wi­ckel­ten deut­schen Kaf­fee­kul­tur der zwan­zi­ger Jah­re. Damals präg­ten über 6000 klei­ne Rös­te­rei­en das Stadt­bild und den All­tag. Kaf­fee war Hand­werk, kein Mas­sen­pro­dukt. „Eigent­lich machen wir nichts Beson­de­res“, sagt Dill. „Wir wol­len nur die alten Tra­di­tio­nen wie­der­be­le­ben.“

Was Dill antreibt, ist mehr als der Wunsch, guten Kaf­fee zu ver­kau­fen. Es ist die Visi­on, wie wir mit Lebens­mit­teln umge­hen. Weg vom Super­markt-Ein­heits­ge­schmack, hin zu ehr­li­cher Pro­duk­ti­on und ech­ter Wert­schät­zung. „Kaf­fee ist kein Pro­dukt. Kaf­fee ist Kul­tur.“

 

Logo - Dill's Kaffeerösterei

Dill´s Kaf­fee­ma­nu­fak­tur
Markt­stra­ße 5
38640 Gos­lar

Tele­fon: 0151 70414711
E‑Mail: info(at)dills-kaffee.de
Web­site: www.dills-kaffee.de

 

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