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Land­kreis Harz wür­digt Todes­op­fer des KZ-Außen­kom­man­dos mit neu­em Erin­ne­rungs­ort

Kurz vor dem Inter­na­tio­na­len Holo­caust-Gedenk­tag ist in Wer­ni­ge­ro­de ein neu­er Gedenk­ort für die Opfer des KZ-Außen­kom­man­dos „Richard“ ent­stan­den. Auf dem Gelän­de der Mahn- und Gedenk­stät­te am Vecken­sted­ter Weg erin­nert eine Boden­plat­te an 36 nament­lich bekann­te Häft­lin­ge, die in der NS-Zeit dort ums Leben kamen. Die Gedenk­stät­te wur­de am 23. Janu­ar 2026 fei­er­lich über­ge­ben.

Erwei­te­rung der Mahn- und Gedenk­stät­te

Der neue Erin­ne­rungs­ort liegt west­lich des bereits 1974 errich­te­ten Mahn­mals. Die zen­tra­le Flam­men­scha­le aus Glas mit LED-Beleuch­tung wur­de von regio­na­len Unter­neh­men gestal­tet. Vor ihr ist eine Gedenk­plat­te ein­ge­las­sen, auf der Namen und Lebens­da­ten der 36 getö­te­ten Häft­lin­ge aus meh­re­ren Län­dern auf­ge­führt sind. Die meis­ten von ihnen star­ben an Krank­hei­ten, Arbeits­un­fäl­len oder an den Fol­gen von Unter­ver­sor­gung. In sie­ben Fäl­len han­del­te es sich um Hin­rich­tun­gen, Sui­zi­de oder geschei­ter­te Flucht­ver­su­che.

His­to­ri­scher Hin­ter­grund und fort­lau­fen­de Auf­ar­bei­tung

Das Außen­kom­man­do „Richard“ des KZ Buchen­wald wur­de im März 1943 ein­ge­rich­tet. Etwa 800 Häft­lin­ge wur­den dort zur Zwangs­ar­beit ein­ge­setzt. Über vie­le Ein­zel­schick­sa­le ist bis heu­te wenig bekannt. Die dama­li­ge Auf­ar­bei­tung ver­nach­läs­sig­te vor allem Berich­te von Gefan­ge­nen nied­ri­ge­rer Häft­lings­hier­ar­chie. Inzwi­schen sind zusätz­lich 64 Häft­lin­ge bekannt, die spä­ter in ande­ren Lagern oder auf Todes­mär­schen ums Leben kamen.

Die Mahn- und Gedenk­stät­te kün­digt an, ein Infor­ma­ti­ons­heft zu ver­öf­fent­li­chen, das die Schick­sa­le der Opfer doku­men­tiert. Auch die Recher­chen zu den ver­blei­ben­den rund 700 Häft­lin­gen wer­den fort­ge­setzt.

Gedenk­stun­de am 27. Janu­ar

Anläss­lich des Holo­caust-Gedenk­tags laden Land­kreis Harz und Stadt Wer­ni­ge­ro­de am 27. Janu­ar um 16 Uhr zu einer gemein­sa­men Gedenk­stun­de an den Vecken­sted­ter Weg 43 ein.

Foto: Land­kreis Harz/Pressestelle

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