Mit einer literarisch-musikalischen Veranstaltung in der BBS II haben die Osteroder Gedenktage zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begonnen. Im Zentrum stand das Thema Menschenwürde – ein Begriff, der nicht nur den ersten Artikel des Grundgesetzes prägt, sondern auch Grundlage für die Veranstaltungsreihe ist, die zum zweiten Mal in Osterode stattfindet. Organisiert wird sie von der Stadt, dem Kirchenkreis Harzer Land, der Hans-Lilje-Stiftung und den Omas gegen Rechts.
Schulleiter Dr. Carsten Wehmeyer und Pastor Johann-Hinrich Witzel begrüßten zahlreiche Schüler und Gäste. Dr. Wehmeyer betonte, dass die Überzeugung von der gleichen Würde aller Menschen ein fundamentaler gesellschaftlicher Fortschritt sei, den es zu schützen gelte. Auch Pastor Witzel unterstrich die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten.
Carmen Barann und Marie Anne Langefeld näherten sich dem Begriff der Würde aus literarischer Perspektive. In einer Auswahl von Texten – von biblischen Quellen bis hin zu Erfahrungsberichten – zeigten sie, wie vielfältig und zugleich grundlegend das Thema ist. „Wir brauchen eine Kultur der Fürsorge und Achtsamkeit“, lautete ihr Fazit. Die Würde jedes Menschen müsse Maßstab für das Zusammenleben sein.
Der musikalische Rahmen durch Geigerin Heike Catalán verlieh der Veranstaltung zusätzliche Tiefe. Im Anschluss entwickelte sich eine lebendige Diskussion, in der Zuhörer von persönlichen Erlebnissen berichteten – etwa über Diskriminierung im Alltag oder im Netz. Deutlich wurde: Die Achtung der Menschenwürde ist aktueller denn je und darf kein Lippenbekenntnis bleiben.
Die Gedenktage werden in den kommenden Tagen mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt. Am Freitag, 23. Januar, findet um 19 Uhr ein Gedenkkonzert mit dem Klezmer-Projekt Orchester im Forum der BBS I statt. Am Sonntag, 25. Januar, beginnt um 16 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Marktkirche. Eine weitere Lesung mit Musik folgt am Montag, 26. Januar, um 13:30 Uhr im Musiksaal des TRG. Die zentrale Kundgebung mit Bürgermeister Jens Augat und weiteren Rednern ist für Dienstag, 27. Januar, um 18 Uhr auf dem Kornmarkt geplant. Am Freitag, 30. Januar, rundet ein Vortrag zur NS-Euthanasie um 19 Uhr in der Stadtbibliothek das Programm ab.





























