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Kli­ma­gel­der flie­ßen ins Aus­land – der Harz bleibt auf der Stre­cke

Deutsch­land inves­tiert Mil­li­ar­den­be­trä­ge in den Schutz tro­pi­scher Regen­wäl­der, wäh­rend hei­mi­sche Wäl­der wie der Harz mit mas­si­ven Schä­den kämp­fen – und kaum Unter­stüt­zung erhal­ten. Die­se Dis­kre­panz sorgt zuneh­mend für Kri­tik an der Kli­ma­po­li­tik.

Hil­fe für den Regen­wald, Still­stand im Harz

Dür­re, Bor­ken­kä­fer­be­fall und Stür­me haben den Harz in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark geschä­digt. Gan­ze Wald­flä­chen wur­den zer­stört, vie­ler­orts ragen nur noch kah­le Stäm­me in die Höhe. Die finan­zi­el­len Belas­tun­gen für Wie­der­auf­fors­tung, Wald­um­bau und Brand­schutz stei­gen dras­tisch – staat­li­che Hil­fen blei­ben jedoch begrenzt.

Gleich­zei­tig flie­ßen Mil­li­ar­den Euro in inter­na­tio­na­le Pro­jek­te, etwa in Süd­ame­ri­ka und Süd­ost­asi­en, um tro­pi­sche Regen­wäl­der zu erhal­ten. Die­se spei­chern gro­ße Men­gen an CO₂ und gel­ten als Zen­tren der Bio­di­ver­si­tät. Laut Befür­wor­tern ent­fal­tet jeder inves­tier­te Euro dort eine beson­ders hohe Wir­kung für den glo­ba­len Kli­ma­schutz. Die ein­sei­ti­ge Mit­tel­ver­tei­lung stößt jedoch auf Wider­stand.

Kri­tik an Prio­ri­tä­ten­set­zung und feh­len­der Trans­pa­renz

Kom­mu­na­le Ver­tre­ter im Harz emp­fin­den das Vor­ge­hen als wider­sprüch­lich. Wäh­rend von ihnen erwar­tet wer­de, Kli­ma­schutz vor Ort umzu­set­zen, feh­le es an kon­kre­ter Unter­stüt­zung. Auch in der Bevöl­ke­rung wächst das Unver­ständ­nis über die unglei­che Mit­tel­ver­wen­dung. Die For­de­rung: Glo­ba­le und natio­na­le Ver­ant­wor­tung dür­fen nicht gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den.

Fach­leu­te beto­nen, dass der Schutz hei­mi­scher Wäl­der eben­so zen­tral sei. Der Harz leis­tet nicht nur einen Bei­trag zum Kli­ma­schutz, son­dern ist auch ein bedeu­ten­der Lebens­raum und Wirt­schafts­fak­tor. Sein öko­lo­gi­scher und wirt­schaft­li­cher Wert wer­de unter­schätzt.

For­de­rung nach einem kla­ren Plan für hei­mi­sche Wäl­der

Die Debat­te zeigt: Kli­ma­schutz braucht gesell­schaft­li­che Akzep­tanz. Die­se ent­steht nur, wenn Maß­nah­men nach­voll­zieh­bar, aus­ge­wo­gen und gerecht ver­teilt sind. Ein lang­fris­ti­ges Kon­zept für die Wie­der­be­wal­dung und den Erhalt des Har­zes sei über­fäl­lig.

Der Schutz des Regen­wal­des bleibt wich­tig. Doch er darf nicht zum Sym­bol einer ein­sei­ti­gen Poli­tik wer­den, die regio­na­le Bedürf­nis­se ver­nach­läs­sigt. Kli­ma­ge­rech­tig­keit muss auch vor der eige­nen Haus­tür begin­nen – im Harz.

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