Im Museum Tabakspeicher in Nordhausen wird ein altes Handwerk neu entdeckt: der Spinnkreis trifft sich hier regelmäßig, um die Kunst des Spinnens zu pflegen und Interessierten zugänglich zu machen. Immer am ersten und dritten Dienstag im Monat, jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr, wird die Spindel in Bewegung gesetzt – und das mit großem Engagement.
Die Gruppe, die sich bewusst ohne Vereinsstruktur formiert hat, ist in ihrer Zusammensetzung offen und vielfältig. Seit Kurzem ist auch ein junger Mann Teil des bislang weiblich geprägten Kreises. Geleitet wird das Angebot von Dr. Sabine Berndt, die Besucherinnen und Besuchern gern Einblicke gibt – live und im Austausch vor Ort.
Die Herstellung von Garn ist dabei deutlich aufwendiger als oft angenommen: Die Wolle stammt von einem Schäfer, wird per Hand gewaschen, getrocknet und sorgfältig gekämmt. Eine Spule Garn erfordert zwischen fünf und acht Stunden Arbeit – und das ist nur der Anfang. Erst durch das Zusammendrehen zweier Fäden entsteht ein verstrickbarer Faden. Die Mitglieder des Spinnkreises tauschen sich dabei nicht nur über Technik aus, sondern auch über Färbemethoden, Strickideen und kreative Projekte.
Mit Geduld, Hingabe und einer Atmosphäre aus Kaffee, Kuchen und Handarbeit lädt der Spinnkreis alle Interessierten ein, das alte Handwerk kennenzulernen.