Anzeige

40 Jah­re Muse­um: Werk, Bio­gra­fie und Samm­lungs­ge­schich­te neu erzählt

Mit der Aus­stel­lung „Mensch, Meis­ter, Moder­nist | Fei­nin­ger im Fokus“ star­tet das Muse­um Lyo­nel Fei­nin­ger in Qued­lin­burg in sein 40-jäh­ri­ges Jubi­lä­ums­jahr. Zugleich eröff­net das Haus eine grund­le­gend neu kon­zi­pier­te Dau­er­aus­stel­lung, die bis zum 11. Janu­ar 2027 zu sehen ist.

Vier Jahr­zehn­te nach Grün­dung der ehe­ma­li­gen Lyo­nel-Fei­nin­ger-Gale­rie rich­tet das Muse­um den Blick neu auf sei­nen Namens­ge­ber und die eige­ne Geschich­te. Die Samm­lung wur­de neu geord­net, durch bedeu­ten­de Leih­ga­ben ergänzt und in einer dra­ma­tur­gisch klar struk­tu­rier­ten Prä­sen­ta­ti­on zusam­men­ge­führt.

Fei­nin­ger als Künst­ler und Per­sön­lich­keit

Im Mit­tel­punkt steht Lyo­nel Fei­nin­ger (1871–1956) als Ver­tre­ter der Klas­si­schen Moder­ne – und als Mensch mit viel­schich­ti­ger Bio­gra­fie. Gebo­ren in New York als Sohn deutsch-ame­ri­ka­ni­scher Musi­ker, wuchs er in einem künst­le­ri­schen Umfeld auf. Mit 16 Jah­ren kam er nach Deutsch­land, arbei­te­te zunächst erfolg­reich als Kari­ka­tu­rist und Illus­tra­tor in Ber­lin und wand­te sich ab 1907 der Male­rei zu.

Sei­ne Bild­spra­che ent­wi­ckel­te er aus der Aus­ein­an­der­set­zung mit den Strö­mun­gen der Moder­ne. Expres­sio­nis­ti­sche Far­big­keit und kubis­ti­sche Kon­struk­ti­on ver­band er zu einer eigen­stän­di­gen For­men­spra­che. Kir­chen, Städ­te und Küs­ten­land­schaf­ten gehö­ren zu sei­nen zen­tra­len Moti­ven. Archi­tek­tur zer­leg­te er in pris­ma­ti­sche For­men und struk­tu­rier­te Licht in kla­ren Lini­en­ge­fü­gen.

Ab 1919 wirk­te Fei­nin­ger als einer der ers­ten Meis­ter am Bau­haus in Wei­mar und Des­sau. Dort präg­te er in der Druck­werk­statt Gene­ra­tio­nen jun­ger Kunst­schaf­fen­der. Neben Male­rei und Gra­fik wid­me­te er sich auch der Foto­gra­fie und kom­po­nier­te zwi­schen 1921 und 1927 drei­zehn Fugen.

Exil, Freund­schaft und Samm­lungs­ge­schich­te

1937 emi­grier­te Fei­nin­ger in die USA. Zahl­rei­che Wer­ke blie­ben in Deutsch­land bei sei­nem Freund Her­mann Klumpp, der sie über Jahr­zehn­te hin­weg bewahr­te. Die­ses Kon­vo­lut bil­det als Dau­er­leih­ga­be den Grund­stock der heu­ti­gen Samm­lung und war vor 40 Jah­ren Anlass zur Grün­dung des Muse­ums.

Die neue Prä­sen­ta­ti­on, kon­zi­piert von Muse­ums­di­rek­to­rin Dr. Adi­na Chris­ti­ne Rösch, ver­bin­det Werk­be­trach­tung mit bio­gra­fi­schen Ein­bli­cken. Ein beson­de­rer Fokus liegt auf dem fami­liä­ren Umfeld Fei­nin­gers, ins­be­son­de­re auf sei­ner Frau Julia sowie den künst­le­risch täti­gen Söh­nen.

Inter­ak­ti­ve Ange­bo­te und Jubi­lä­ums­pro­gramm

Mit der Mit­mach­sta­ti­on „Pri­ma Pris­ma!“ kön­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher selbst mit Lini­en, Flä­chen und Über­la­ge­run­gen expe­ri­men­tie­ren. Hands-on-Sta­tio­nen und ein eige­ner Bereich für jun­ge Gäs­te erwei­tern die Aus­stel­lung um inter­ak­ti­ve Ele­men­te.

Die Neu­prä­sen­ta­ti­on bil­det den Auf­takt eines umfang­rei­chen Jubi­lä­ums­pro­gramms. Ab 31. März 2026 folgt die Aus­stel­lung „VIER MACHEN BLAU | Fei­nin­ger · Jaw­len­sky · Kan­din­sky · Klee“. Wei­te­re Prä­sen­ta­tio­nen wid­men sich unter ande­rem der Muse­ums­chro­nik sowie der Aus­stel­lung „Frau­en sind…!“, die einen erwei­ter­ten Blick auf ost­deut­sche Kunst eröff­net.

Das Muse­um ist mitt­wochs bis mon­tags sowie an Fei­er­ta­gen von 10 bis 18 Uhr geöff­net, diens­tags bleibt es geschlos­sen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige