Das Vogelkundemuseum Heineanum in Halberstadt schließt ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, für eine umfassende Modernisierung seiner Dauerausstellung. Voraussichtlich im Herbst 2027 soll das Museum mit einer neu gestalteten, interaktiveren und barriereärmeren Ausstellung wieder öffnen.
Mit dem Aktionstag „Wir mausern uns“ verabschiedete sich das Museum von seiner bisherigen Dauerausstellung. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit für einen letzten Rundgang und Einblicke hinter die Kulissen. Führungen durch Ausstellung und Magazin vermittelten Wissenswertes über die Geschichte des Hauses, seine Sammlung und die Museumsarbeit.
Zu den besonderen Gästen gehörten Uhu Locke und Steinkauz Jerry, die Jens und Jana Haberlandt aus Bernburg präsentierten. Museumsdirektor Rüdiger Becker stellte zudem ausgewählte Exponate vor und gab einen Ausblick auf die geplante Neugestaltung.
Dauerausstellung wird nach rund 50 Jahren erneuert
Nach rund 50 Jahren werden Inhalte und Gestaltung der Dauerausstellung grundlegend überarbeitet. Wissenschaftliche Informationen sollen aktualisiert und digitale sowie interaktive Elemente integriert werden. Auch die Vitrinen werden neugestaltet, die Technik im Erdgeschoss wird erneuert und die Vogelpräparate für ihre künftige Präsentation vorbereitet.
Künftig soll die Ausstellung stärker vermitteln, welche Geschichten hinter den Präparaten stehen und welche Bedeutung die Sammlung für Wissenschaft, Forschung und Naturschutz besitzt.
Die Geschichte des Heineanums reicht mehr als 200 Jahre zurück. Die Vogelsammlung geht auf Ferdinand Heine senior (1809–1894) zurück und zählt heute zu den bedeutenden ornithologischen Sammlungen Europas. Zum Bestand gehören auch Präparate ausgestorbener Vogelarten sowie bedeutende Fossilien, darunter ein Plateosaurier und ein Plesiosaurier.
Barrierefreier Zugang und multisensorische Angebote
Teil der Modernisierung ist eine verbesserte Barrierefreiheit. Gebäude und Erdgeschoss sollen künftig über eine Rampe barrierefrei erreichbar sein. Für das Obergeschoss ist ein Hublift vorgesehen.
Multisensorische Stationen sollen zudem Informationen über Hören, Sehen und Fühlen vermitteln. Damit soll die neue Dauerausstellung für mehr Menschen zugänglich werden.
372.000 Euro fließen in die Neugestaltung
Insgesamt werden 372.000 Euro in die neue Dauerausstellung investiert. Der Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum übernimmt 73.400 Euro des Eigenanteils. Dem Verein gehören mehr als 200 Mitglieder an. Ein Teil der benötigten Eigenmittel muss noch aufgebracht werden.
Das neue Ausstellungskonzept entsteht in Zusammenarbeit zwischen dem Heineanum, dem Förderkreis und der Kreativagentur IdeenGut. Das Kulturmarketing der Stadt Halberstadt begleitet den Prozess.
Veranstaltungen während der Schließzeit
Trotz der Schließung bleibt das Heineanum während der Umbauphase aktiv. Museumspädagogische Angebote und Abendveranstaltungen sollen weiterhin stattfinden, allerdings außerhalb des Museumsgebäudes.
Die Wiedereröffnung der modernisierten Dauerausstellung ist für Herbst 2027 vorgesehen.
Foto: Pressestelle / Sabrina Krug





























