Am 4. März 2006 erreichte erstmals ein Dampfzug der Harzer Schmalspurbahnen die Welterbestadt Quedlinburg. Mit der Streckenverlängerung von Gernrode nach Quedlinburg wurde vor 20 Jahren ein langjähriges Vorhaben Wirklichkeit – und Eisenbahngeschichte geschrieben.
Die neue, 8,5 Kilometer lange Verbindung entstand auf der Trasse der zuvor stillgelegten regelspurigen Bahnstrecke zwischen Quedlinburg und Frose. Während in anderen Regionen Strecken zurückgebaut wurden, investierte das Land Sachsen-Anhalt rund 6,5 Millionen Euro in den Neubau. Bereits am 18. April 2005 hatte der damalige Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre im Bahnhof Gernrode den symbolischen ersten Spatenstich vorgenommen. Nur wenige Monate später eröffnete die Harzer Schmalspurbahnen GmbH ihren „Dampfladen No. 7“ nahe des Quedlinburger Marktplatzes.
Mit der Inbetriebnahme wuchs das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen mit Harzquer‑, Brocken- und Selketalbahn auf insgesamt 140 Kilometer.
Volksfest entlang der Strecke
Der Eröffnungstag selbst war sonnig und kalt. In Gernrode, Bad Suderode und Quedlinburg herrschte dennoch Volksfeststimmung. Zehntausende Besucher säumten die Strecke, um den Premierenzug zu erleben. Bespannt mit den historischen Mallet-Dampflokomotiven 99 5901 und 99 5902 fuhr er am Nachmittag von Gernrode nach Quedlinburg. Den symbolischen Abfahrauftrag hatten zuvor Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre und HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener erteilt.
Am Abend folgte ein weiterer Sonderzug mit den Lokomotiven 99 6001 und 99 5906. Zu den Höhepunkten zählten zudem die Durchfahrt eines Dampfzuges durch eine rot glühende Feuerstrecke sowie ein Höhenfeuerwerk über der Stadt.
Unter den Ehrengästen waren unter anderem Ministerpräsident Prof. Wolfgang Böhmer, Kultusminister Prof. Jan-Hendrik Olberts sowie die Olympiamedaillengewinnerin Tatjana Hüffner. Der reguläre Fahrplanbetrieb auf der neuen Strecke begann am 26. Juni 2006.
Foto: HSB/Matthias Bein




























